Fabienne hat die Mauer durchbrochen!

 

Das kann man jetzt so oder so sehen. Vor allem, wenn es um Berlin geht. Wenn im September Marathon-Zeit in Berlin ist zerlegen sich schon mal einige LäuferInnen selbst, wenn sie gegen die „Mauer“ laufen. Wenn es blendend läuft, zerlegen die LäuferInnen Ihre MitläuferInnen, so wie Fabienne gerade in Berlin.

Dort hat sie sogar ihren Tempomacher platt gemacht. Bemerkenswert, weil Tempomacher meist gleich oder annähernd so gut sind wie ihre Auftraggeber. Oder, wenn sie auch ins Ziel kommen wollen, sogar besser sein sollten. Das ist in Berlin anders gelaufen, Fabienne war einfach zu gut …

Heute machen wir Sie mal mit einigen Begriffen aus der Läufer-Umgangssprache bekannt. Mauer war der erste (gleich in psychologischer und physiologischer Bedeutung), zerlegen der zweite, Tempomacher der dritte, weitere folgen (deutlich hervorgehoben).

Fabienne schickte uns einen von oben bis unten strahlenden Bericht zu ihrem Berlin-Lauf. Lesen Sie selbst …

Fabienne vorm Start (VIP-LäuferInnen dürfen mit Namen anstatt Nummer laufen)

Fabienne vorm Start (VIP-LäuferInnen dürfen mit Namen anstatt Nummer laufen)

Wer entdeckt unser Logo? (nicht von der Siegessäule, dem blauen Himmel und dem Strahlen ablenken lassen!)

 

Faktor Tagesform

„Es gibt Zeiten, in denen ist „optimal“ ein Wunschgedanke und manchmal „läuft“ es wie am Schnürchen. Natürlich hat sich meine gute Form schon bei meinem letzten Wettkampf (10 km Straße in Brunssum, NL) angekündigt, aber mit meinem Rennen in Berlin konnte ich sie unterstreichen und „setzte ein Ausrufezeichen“, wie die Reporter titulierten. Ich bin immer froh und erleichtert, wenn ich meine gute Trainingsform auch im Wettkampf zeigen kann, was nämlich so selbstverständlich nicht ist.

 

Faktor Mitläufer (= Tempomacher)

Auch nach Berlin reiste ich mit dem Ziel einer neuen Bestzeit über die Halbmarathon-Distanz, also 21,0975 km. Ich fühlte mich stark und hatte in den vergangenen Wochen sehr gut trainiert. Meine Erkältung Anfang März war schon lange passé und die Wettervorhersage war vielversprechend. Es gab wirklich keinen Grund – keine Ausrede – warum ich am Sonntag nicht ein klasse Rennen abliefern sollte. Und genau das machte mich besonders nervös. Meine eigenen Erwartungen waren wieder einmal sehr hoch. Glücklicherweise stand mit Tobias Balthesen (s. Foto) ein Bekannter aus Heidelberg mit mir an der Startlinie, der mich bei meinem Ziel, unter 72 Min. zu laufen, unterstützen wollte.

Fabienne und Tobias - der Beweis, sie strahlte und grinste

Fabienne und Tobias – der Beweis, sie strahlte und grinste …

 

So konnte ich mich voller Vertrauen an die Fersen von Tobias hängen und meinen Kopf „ausschalten“. Er übernahm die Verantwortung für unser Anfangstempo und kontrollierte unsere Zwischenzeiten alle 500 m. Außerdem war es windig und so konnte ich mich bei den Gegenwindpassagen hinter Tobias verstecken und wertvolle Kraft sparen. So rollte ich hinter Tobias durch die Straßen Berlins und ließ mich von den Zuschauern, die fast die gesamte Strecke säumten, nach vorne treiben.

So sah das Tandem aus Fabienne und Tobias bei der Arbeit aus

So sah das Tandem aus Fabienne und Tobias bei der Arbeit aus

 

Bei Kilometer 15 musste Tobias dem langen Laufen gegen den Wind Tribut zollen und konnte unser hohes Tempo nicht weiter halten. So löste ich mich von ihm und holte auf den letzten 6 km nochmals alles aus meinen Beinen heraus. Sehnsüchtig hielt ich nach dem Brandenburger Tor Aussicht, denn direkt dahinter war das Ziel. An diesem Tag hatte ich sogar noch ein paar Körner für einen Endspurt übrig und flitzte durch das Brandenburger Tor.

Geniale Perspektive - Fabienne unterm Brandenburger Tor

Geniale Perspektive – Fabienne unterm Brandenburger Tor

 

Fabienne gibt alles auf den letzten Metern [der Moment wird präsentiert von Erdinger]

Fabienne gibt alles auf den letzten Metern [der Moment wird präsentiert von Erdinger]

 

Faktor Runners High

Im Ziel stand eine 1:11:39 Std. und ich strahlte und grinste und strahlte und grinste. Was mich als Athletin besonders berührte und mir für immer in Erinnerung bleiben wird, ist die kleine Ehrenrunde, die ich nach meinem Rennen nochmals entlang der Zuschauertribünen drehen durfte. Ich badete im Applaus und klatsche unzählige Hände ab, ich war stolz und gerührt zu gleich. Und denke ich heute daran, fange ich direkt wieder an zu grinsen.

 

Die Bestzeit pulverisiert

Ich konnte meine Bestzeit „pulverisieren“, von 1:12:55 auf 1:11:39 Std. und wurde als 6. Platzierte beste Deutsche. Was für mich persönlich auch sehr wichtig ist, ist das Feeling während des Rennens und das war top. Ich hatte fast ausschließlich positive Gedanken.

 

Faktor Team

Tobias lief den Halbmarathon übrigens auch noch souverän zu Ende und überquerte die Ziellinie nach 1:12:45 Std. Ich bin ihm sehr dankbar für seine selbstlose Unterstützung und weiß, dass er einen großen Anteil an meinem Erfolg in Berlin trägt. Ein Individualsportler kann nur dann Höchstleistungen abrufen, wenn er ein starkes Team um sich hat, auf das er sich verlassen kann. An dieser Stelle auch ein Dankeschön an Ivarsson’s Produkte für’s Leben, die mich bei meiner gesunden Ernährungsweise u.a. mit Astaxanthin, Hawaiian Spirulina und Basenwasser unterstützen und dafür sorgen, dass ich mich trotz harten Trainings und Wettkämpfen schnell erholen kann und fit für die nächsten Herausforderungen bin. Diese stehen in 3 Wochen (Ende April) bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften in Düsseldorf an.“

 

Dort geht es um drei Dinge (oder mehr?):

  1. Die Norm für Olympia in Tokio zu unterbieten
  2. Persönliche Bestzeit (PB) zu laufen
  3. Ihren Titel als Deutsche Meisterin zu verteidigen

 

Ich vermute die Reihenfolge ist von der Relevanz her richtig, weil ein DM-Titel gegenüber der Quali für Olympia wohl deutlich hintenan steht.

Jedenfalls warten wir auf den nächsten „strahlte und grinste“-Bericht.

Und hier noch ein Bild vom Start des Rennens aus ungewöhnlicher Perspektive. In Berlin Halbmarathon oder Marathon zu laufen ist extrem beliebt. Weniger wegen den vielen Sehenswürdigkeiten, die zu sehen sind. Manche sehen sie wohl, viele eher nicht …

Berlin-Halbmarathon - Es geht los ...

Berlin-Halbmarathon – Es geht los …

 

Sie kennen Fabienne Amrhein noch nicht? Lesen Sie unser Portrait der Sportlerin.

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